"Der Eulenruf" - Die aktuelle Ausgabe

An dieser Stelle finden Sie den kompletten Inhalt der jeweils aktuellen Ausgabe unserer Vereinsmitteilung   Der Eulenruf  

 

Ströher Dorfleben e.V.

Heimat- und Kulturverein

 

Der Eulenruf

Nr. 65

   


LOGO-Eule

 

Winter 2022 

 

www.stroeher-dorfleben.de

 

49419 Wagenfeld-Ströhen – Summann s Weg 8

 



 

Mut zur Besinnlichkeit

Mal wieder Weihnachten. Mal wieder kein Schnee.

Mal wieder kein klirrender Frost.

Mal wieder kein Eis auf dem Bach, auf dem See,

kein Schneemann ringsum, wohin ich auch seh´.

Der Schlitten im Keller, die Kufen voll Rost.

Es hetzen die Menschen voll Eile und Hast

nach Geschenken, Gänsen und Stollen.

Das Weihnachtsfest wird ihnen beinah´ zur Last,

man fürchtet, darunter zerbrechen sie fast.

– Sagt an: ist es das, was wir wollen?

Besinnlichkeit, Ruhe, Beglückung und Freude

– sind unsere Seelen dazu bereit,

am Heiligen Abend beim Glocken-Geläute?

„Ach was,“ rufen ziemlich erbost manche Leute,

„wir wollen jetzt feiern – es wird langsam Zeit!“

 

Zu jenen gehörst Du mit Sicherheit nicht,

da gibt es für mich keine Frage.
Ein friedvolles Lächeln liegt auf Deinem Gesicht,

darum wünsche ich Dir mit diesem Gedicht

besinnliche Feiertage.
 

Gedichtet von Eberhard Figlarek ausgesucht von Heidrun Hilgemeier

 

 

Tavernenfest und Kirchentag

Nach einer langen Zeit, in dem kaum Veranstaltungen stattfinden konnten, standen im Oktober gleich zwei Events an einem Tag auf dem Plan: Tagsüber war unser Verein beim Kinderkirchentag in Ströhen vertreten. Wir haben fleißig beim Auf- und Abbau mit angepackt, die Popcorn-Maschine bedient und verschiedene physikalische Versuche mit den Kindern gemacht. Es war eine gelungene Veranstaltung und alle teilnehmenden Kinder haben ein paar schöne Stunden in und um unser Gemeindehaus verbracht.

Abends fand dann das 1. Tavernenfest im Bogenwald statt. Rund 40 Mitglieder folgten der Einladung des Vorstandes. In einer stimmungsvollen Atmosphäre hießen uns Lena und Dirk willkommen. Nach der leckeren Gulaschsuppe vom Tierpark packte August Döpke sein Akkordeon aus und es wurden kräftig gesungen. Neben Bier vom Fass kreisten diverse Kannen mit unserem Nationalgetränk und anderen warmen Sachen, auf dem Lagerfeuer wurde ein Punsch gebraut und es blieb ausreichend Zeit für Gespräche in geselliger Runde. Es war ein wirklich schöner Abend, für das nächste Jahr ist auf jeden Fall eine Wiederholung geplant.  

                                                                                               Steffi Meyer

Gedanken zum Jahresende

Die Backstreet Boys gehen auf Welttournee, Schlaghosen und Bauchfrei sind im Trend, Top Gun läuft in den Kinos und Ben Affleck und Jennifer Lopez sind ein Paar: Keine Sorge, du hast keine Zeitreise in die 90er gemacht, das ist tatsächlich alles in diesem Jahr passiert. Man sollte es kaum glauben, aber neben Ukraine-Krise, Klimakatastrophe und nach wie vor Corona sind tatsächlich auch noch ein paar andere Dinge geschehen, die wir an dieser Stelle noch einmal Revue passieren lassen wollen. Wo fangen wir denn da mal an… Nehmen wir doch den Sport. Olympische Winterspiele in China, (geplantes) Champions League Finale in St. Petersburg, Fußball-WM in Katar – weltpolitisch fehlt da nur noch ein Event in Nordkorea in der Sammlung. Das sportliche Jahr beginnt mit den Australien Open. Wenn früher Stars im Januar in Australien in Isolation gingen, nannte man das „Dschungelcamp“ – in diesem Jahr ist es ein „Tennisspieler mit fragwürdigem Impfstatus“. Novak Djokovic wird die Einreise in Australien nicht genehmigt, dann doch, dann nicht, dann Quarantänehotel… es ist ein verrücktes hin und her, genützt hat es ihm nichts. Er darf nicht einreisen und die Australien Open finden ohne ihn statt.

Bei den Olympischen Spielen sorgt die 15-jährige russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa für Schlagzeilen. Sie soll bereits einige Wochen vorher positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden sein. Doping?! Einer Minderjährigen?! In was für einer Welt leben wir eigentlich! Am Ende hat sie ihre fünf Minuten (zweifelhaften) Ruhm, hält dem Druck nicht stand und landet mit ihrem „Bolero“ sehr unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Mittlerweile wurde das Mindestalter für Eiskunstläufer bei Olympia auf 17 Jahre angehoben. Bleibt zu hoffen, dass niemals wieder ein so junger Mensch so einen medialen Spießrutenlauf erleben muss!  

Im Februar sticht die „Felicity Ace“ in Emden in See Richtung US-Bundesstaat Rhode Islands. An Bord:  85 Neuwagen von Lamborghini neben knapp 3900 weiteren Neuwagen aus dem VW-Konzern. Auf halber Strecke bricht an Bord ein Feuer aus. Für die verladenen Wagen kommt selbst der Einsatz von einem Spezial-Bergungsunternehmen zu spät, geschätzter Schaden: 30 Mio. Euro, diese Autos werden nun neu gebaut. Das Schiff versinkt letztendlich im Atlantik. Ach so, alle 22 Besatzungsmitglieder konnten übrigens gerettet werden.

In Sachen Energiekrise war auch ordentlich was los. Die EU möchte Gas und Atomkraft zur Grünen Energie erklären. So sollen die Klimaziele erreicht werden. Außerdem forscht die Wissenschaft daran, Co2 aus der Atmosphäre zu filtern und dann unterirdisch in tiefliegenden Gesteinsschichten zu speichern. Also genau da, wo Kohlenstoff seit Millionen von Jahren in Form von Kohle, Öl und Gas bereits gespeichert war… wenn ihn nicht diese Trottel-Spezies Mensch hinaufbefördert und verbrannt hätte. Wirklich schade, dass man Energie nur von gewalttätigen, autokratischen Regimen kriegen kann und die nicht einfach so vom Himmel fällt, in den Flüssen angespült wird oder vom Wind heranweht…wirklich schade. In Schweden wird das Umweltministerium abgeschafft. Klima- und Umweltfragen werden jetzt im Wirtschafts- und Industrieministerium mitverhandelt. Das macht doch richtig Mut für die Zukunft. Nicht. Immerhin haben die Smalltalk-Fragen „Hattest du es schon?“ oder „Bist du schon geimpft?“ mittlerweile mit „Heizt du schon?“ einen würdigen Nachfolger gefunden.

Endlich können wir wieder Feste feiern! Der Sommerhit des Jahres soll hier natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. „Layla“ schallt es landauf, landab aus den Boxen – außer in einigen Regionen im Süden unseres Landes, wo das Lied auf dem Index landet. Ok, die Feministin in mir kriegt leichten Puls, aber wenn das Lied jugendgefährdend sein soll, sollte ich zügig meine Jugend in den 80ern nochmal therapeutisch aufarbeiten lassen. Am besten im Zug ohne Bremsen mit Olivia an meiner Seite. Na, wer hat jetzt einen Ohrwurm? Bis hierhin immer noch keinen? Einen habe ich noch! Wir sagen Dankeschööön, 40 Jahre „die Flippers"! 😊

Ordentlich Party gemacht hat scheinbar auch die finnische Premierministerin Sanna Marin. Skandal! Wen stört es da schon, wenn andere Regierungschefs korrupt sind, die Umwelt zerstören, Minderheiten unterdrücken oder Lobby-Politik machen?! Ach ja – das sind ja Männer. Die dürfen das. Sanna Marin unterzog sich freiwillig einem Drogentest, der – welch Überraschung- negativ ausfiel.

Der Sommer steht ganz im Zeichen des 9-Euro-Ticket. Millionenfach wird das günstige Ticket bundesweit verkauft. Die Punks erobern Sylt, bestellen sich per Amazon das Bier in ihr Camp – ist ja auch einfacher, als die ganzen Dosen selbst hinzuschleppen- und crashen fast die Hochzeit unseres Finanzministers. Eine Verlängerung ist leider nicht drin. Zu teuer, sagt unser Verkehrsminister. Hm,. Das wäre ja nur ein Drittel des Tankrabatts und würde im Gegensatz dazu nicht nur seinen Freunden in der Chefetage der Ölkonzerne helfen.

 Er hält übrigens ein Tempolimit nicht für durchsetzbar, weil- haltet euch fest! – es zu wenig Verkehrsschilder gibt. Eine allgemeine Impfpflicht ist nicht umsetzbar, weil in Europa akuter Papiermangel herrscht. Jetzt weiß ich auch, warum Diäten bei mir nicht funktionieren: Gemüsemangel in meinem Kühlschrank!

Apropos Gemüse! Die Briten sind sich ja für keine verrückte Wette zu schade. Die „Daily Star“ startet wenige Tage vor dem Rücktritt Truss‘ einen Livestream, in dem ein Salatkopf neben einem Bild der Premierministerin zu sehen ist. Dazu die Frage: Wer hält sich länger? Wird Truss innerhalb der 10-tägigen Haltbarkeitsdauer eines Salates noch im Amt sein? Am Ende steht es Salat: 1, Truss: 0.

Zwei der letzten Amtshandlungen der Queen waren ja, Boris Johnson aus seinem Amt zu entlassen (ich glaube, die Chance, das zu tun, hat sie so lange durchhalten lassen!) und Liz Truss als dessen Nachfolgerin zu ernennen. Damit erlebte sie in 70 Jahren Regentschaft 15 britische Premierminister, 13 US-Präsidenten, versendete 300.000 Gratulationskarten für 100-Jährige und ernannte 387.000 Untertanen zu Rittern („Sir“) oder zur „Dame“. Tja, nun wird zuerst ein Mann Kanzlerin, und dann auch noch ein Mann zur Queen… es sind doch wirklich verwirrende Zeiten. König Charles muss übrigens 400 Mio. Pfund Erbschaftssteuer NICHT zahlen, weil es das „Königshaus finanziell schwächen würde“. Ich muss dringend einen Brief in die Hindenburgstraße schreiben, mich schwächen Steuern auch immer so finanziell. Die Ukrainer haben es da ja besser: beschlagnahmte russische Panzer müssen nicht in der Steuererklärung angeben werden.

Seit Wochen ist im Iran die Hölle los. Frauen werden ermordet, weil sie das Kopftuch „falsch“ tragen, sie werden von den Mullahs als „Tiere“ bezeichnet und ihr Leben zählt eh nur halb so viel wie das eines Mannes. Trotzdem sitzt Iran seit diesem Jahr für vier Jahre in der UN-Frauenrechtskommission. Finde den Fehler! By the way: über 14.000 Demonstranten wurden bereits verhaftet. Das dortige Regime hält Demonstranten für „Feinde Gottes“, nach islamischem Recht droht ihnen die Todesstrafe. Kettenrasseln oder bitterer Ernst der dortigen Justiz? Schlimm genug ist beides – wer sich in unserem Land über eine angebliche Diktatur, Lügenpresse o.ä. beschwert, sollte erst mal den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus schweifen lassen!  

 Seit letztem Jahr fahndet Interpol erfolglos nach Ex-Vegan-Koch, Antisemit und Oberschwurbler Attila Hildmann . Nun wurde er in einem Ort nahe Istanbul ausfindig gemacht – von einer Handvoll Hobbydetektive, die sich selbst „Hildbusters“ nennen. Vielleicht hätte man diese Hobbydetektive auch darauf ansetzen sollen, welche Staatsbürgerschaft Hiltmann denn nun wirklich hat.

Elon Musk hat es nun am Ende doch geschafft und Twitter für 41 Mrd. € gekauft. Zum Vergleich: Das reicht für fast 6 BER-Flughäfen (oder 22 ohne Fehlplanung), 500 Jahre Freibier für alle Besucher auf dem Oktoberfest oder das Gehalt für fast 1 Mio. Pflegekräfte für ein Jahr. Aber wer braucht schon Freibier und Pflegekräfte, wenn er einen blauen Vogel haben kann?!

Kommen wir nochmal auf das sportliche Highlight zum Jahresende zu sprechen. Nachdem Anfang 2021 darüber berichtet wurde, dass beim Bau der WM-Stadien über 6000 Arbeiter ums Leben kamen, entschied sich der niederländische Rasen-Produzent, entgegen der ursprünglichen Planung, doch keinen Rasen mehr für die WM liefern zu wollen. So musste Katar die Sache nun selbst in die Hand nehmen. 140 Tonnen Saatgut wurden jährlich aus den USA importiert – in klimatisierten Flugzeugen. Gasbetriebene Meerwasserentsalzungsanlagen machen den Anbau möglich, so sind 136 Trainingsplätze und acht Stadien entstanden. Jeder Platz benötigt 10.000 Liter Wasser pro Tag – im Winter. Während des Sommers können es bei mehr als 40 Grad auch mal 50.000 Liter werden. Außerdem gibt es einen strengen Regelkatalog, an den sich Reporter und Sender halten müssen: kein Filmen in privaten Räumen, keine Drehs in Gebäuden… Pressefreiheit at it‘s best, würde ich mal sagen. Ach so ja, und homosexuelle Menschen haben einen geistigen Schaden… kannst dir echt nicht ausdenken, so was! Ach ja, und Bier gibt es auch nicht. 

Nun bleibt wirklich nur zu hoffen, dass es nach 20, 21 und 22 im nächsten Jahr endlich wieder ruhiger, friedlicher und beschaulicher in der Welt zugeht. Ich geh mir jetzt mal Tiervideos anschauen, das beruhigt die Nerven und das kann ich nach dem Schreiben dieser Zeilen wirklich gebrauchen.

                                                                                               Steffi Meyer

 

Kurz angemerkt:

  • Es ist wieder Zeit für den Lebendigen Adventskalender! Und auch das Ströher Dorfleben möchte sich nach der viel zu langen Pause daran beteiligen. Am 8. Dezember begrüßen wir euch beim Eulennest am Kindergarten. Von 18.30 bis ca. 19 Uhr wollen wir bei Punsch, Keksen und Liedern die Hast des Alltags kurz vergessen und etwas vorweihnachtliche Stimmung aufkommen lassen. Wir freuen uns auf euch!
  • In der Zeit vom 1. April bis zum 31. Oktober haben rund 4.600 Gäste das Angebot der Moorbahn genutzt. Das 18-köpfige Team um Reiner Kowarik nutzt nun die Winterzeit, um die Strecke in Ordnung zu halten und für Wartung und Pflege der Lok und der Waggons. Es ist immer etwas zu tun!
  • Ströhen ist um zwei Sachen reicher! Mit etwas baulicher Verzögerung konnten Anfang November endlich die ersten Kinder im Waldkindergarten „Draußenkinder“ starten. Wir wünschen dem Erzieherinnen-Team rund um Petra Löwen und den Kindern eine tolle Zeit und viel Spaß beim Entdecken, Bauen und Basteln im Wald! Außerdem stehen die Stelzenhäuser beim Tierpark kurz vor der Fertigstellung. Die Feierabend-Radfahrer haben bereits im Sommer die Möglichkeit genutzt, sich diese mal genauer anzusehen. Wir wünschen Familie Ismer und ihrem Team viel Erfolg und stets zufriedene Gäste!
  • Die ersten Termine für 2023 trudeln ein, so auch beim Ströher Dorfleben. Unsere diesjährige Jahreshauptversammlung findet am 10. März im Tierparkrestaurant statt. Weitere Infos zu Start, Ablauf und Tagesordnung erfolgen zu gegebener Zeit.

Steffi Meyer