"Der Eulenruf" - Die aktuelle Ausgabe

An dieser Stelle finden Sie den kompletten Inhalt der jeweils aktuellen Ausgabe unserer Vereinsmitteilung   Der Eulenruf  

 


Ströher Dorfleben e. V.

Heimat- und Kulturverein

 

Der Eulenruf

 

 

Nr. 45

 

            LOGO-Eule

 

Dezember 2017 - Februar  2018

 

 

www.stroeher-dorfleben.de

 

49419 Wagenfeld-Ströhen – Haken Moor 17
 

 

Dirk Brandt aus Kirn schreibt:
 

Als eingefleischter Zivilist und Flachländer bei der Artillerie im Hunsrück
Antreten: Immer drei hintereinander, vorne die Schuhe exakt nebeneinander ausrichten, die Reihen auffüllen, bis alle stehen. Geht doch. Schon beim zweiten Mal. Auch als eingefleischter Zivilist im höheren Alter. Im Juni hatten wir als neu eingetretene Militärpfarrer eine "grüne Woche" - grün, weil wir in den Feldanzügen eine Woche Soldat gespielt haben. Das gehört als "Lehrgang Truppenbegleitung" zum Ausbildungs-programm im ersten Dienstjahr. Der Lehrgangsleiter in der Infanterie-Schule in Hammelburg war ein begeisterter "Jäger", wie die Kampftruppen auch genannt werden, wenn es keine (Panzer-) Grenadiere sind. - Wie verschieden die Untergliederungen im Heer sind und wie verschieden die Mentalitäten! Fallschirmjäger und Gebirgsjäger, Panzergrenadiere und zumal die Spezialkräfte sind stolz auf ihr Kämpferherz. Die Artillerie-Truppe, bei der ich in Idar-Oberstein angesiedelt bin, ist da schon etwas gemäßigter. Die Kameraden in den Geschützzügen sind noch eher robust, die Versorger und Techniker etwa bei der Aufklärung mit Drohnen und Radar haben eine nüchternere Berufsauffassung, und die mehr verwaltenden Rechnungsführer und Stabssoldaten etwa im Personalbereich könnten fast schon Zivilisten sein.
Es macht mir Spaß, Themen für die regelmäßigen lebenskundlichen Unterrichte auszuarbeiten: Heldentum und postheroische Gesellschaft - Verhältnis zur Wehrmacht - Was heißt es für mich, ein/e Deutsche/r zu sein? In den Stunden lerne ich, wie die Soldaten an der mangelnden Unterstützung oder sogar Anfeindung aus der Bevölkerung zu knabbern haben, bin beeindruckt von der klaren und kundigen Haltung und dem gewissen dienstlichen Grundvertrauen, in dem die Truppen von ihren Vorgesetzten geführt werden. Ich bin besorgt, wenn - bei aller wünschenswerten Meinungsvielfalt - vereinzelt doch dumpfe Ideen anklingen. Noch besorgter aber bin ich, wenn es schwierig scheint, eine ordentliche Kameradschaft durchzuhalten. Manche geben wohl Anlass zum Verdacht, sich taktisch krankschreiben zu lassen, wenn unbeliebte Aufgaben auf dem Dienstplan stehen, andere werden vielleicht vorschnell in dieser Richtung abgestempelt, wenn sie tatsächlich krank sind - das darf sich nicht zu einer Misstrauenskultur auswachsen. In kurzer Zeit habe ich hier gelernt, wie groß der Bedarf an und das Bedürfnis nach guter Führung ist, zugleich bekomme ich großen Respekt vor dem hohen Niveau an Menschenführung, auf dem sich die Feldwebel und Offiziere jeden Tag bewegen.
Man sieht also, dass die Auswanderung ins militärische Bergland des Südwestens mir viele Anregungen vermittelt. Meine Erwartungen an einen deutlich anderen Arbeitsbereich haben sich bestätigt. Ich werde als Seelsorger gebraucht in vielen Einzelgesprächen, und ich freue mich, wenn in den Standort- und Feldgottesdiensten eine "grüne Wand" aus Soldaten vor mir steht und alle liturgischen Anweisungen genauso zackig umsetzt, wie ich meinerseits im Juni das Antreten geübt habe - auch wenn ich es seitdem nicht mehr brauche. Ich bin nämlich zugleich ein Angehöriger der Bundeswehr und doch aus der Hierarchie ausgenommen, kann mich frei auf allen Dienstgradebenen bewegen. Das macht den besonderen Charakter der Militärseelsorge aus, und dafür wird sie auch bei den kirchenfernen Truppenangehörigen geschätzt.
Damit grüße ich die lieben Flachländer im Dorf- und Gemeindeleben von Ströhen und Wagenfeld. Unser Wohnort Kirn an der Mündung des Hahnenbachs in die Nahe ist ein sympathischer Kompromiss aus Felsen und Ebene. Mitten im Nahe-Weinbaugebiet wird hier das Kirner Bier gebraut. Die Leute sind aufgeschlossen, auch wenn Ihnen dabei ihr Dialekt manchmal ein bisschen im Wege steht. So vertraut wie die Moorniederung wird uns die Gegend nicht werden, aber leben lässt es sich hier doch!
Dirk Brandt

 

Hankas Dorfladen

 

– ein Kapitel der Ströher Dorfgeschichte geht nach sieben Jahren zu Ende.

Mittlerweile haben es sicher alle Ströher mitbekommen: wir haben leider keinen Dorfladen mehr in Ströhen. Das ist bedauerlich. Wir danken Hanka für Ihr bemerkenswertes Engagement für ein kleines aber feines Warenangebot der kurzen Wege. Natürlich wünschen wir Hanka auch alles Gute auf Ihrer Suche nach neuen Aufgaben. Eine Ihrer Aufgabe wird erfreulicherweise sein, die Unternehmungen des Arbeitskreises Dorfladen zu unterstützen. Gemeinsam wägen die Arbeitskreismitglieder ab, ob es die Chance für einen bürgerschaftlichen Dorfladen auch in Ströhen geben kann. Verlockend war die Vorstellung beim Besuch des genossenschaftlichen Dorfladens in Welbergen, die Grundidee, die dort funktioniert, auch auf Ströhen zu übertragen. Aber die Arbeitskreismitglieder wissen sehr wohl, dass es gut geprüft werden muss, ob ein Dorfladen langfristig existieren kann. Darum wird auch versucht über die Dorfladen News möglichst viele Informationen zu verteilen und möglichst viele Menschen in die Überlegungen mit einzubeziehen. Wir dürfen somit alle gespannt sein, was sich die nächsten Wochen zum Thema Dorfladen so entwickeln wird.

Heidrun Hilgemeier

 

November

 

Der Garten liegt jetzt nackt vor uns ganz ohne Pracht und Blüte

Manch zartes Röslein, Röslein rot sich lange noch bemühte

Die Blütenblätter blätterten, das Dunkelrot war nimmer,

Des Tannenbaumes Dauerkleid, das grünet gottlob immer.

Der immergrüne Tannenduft erquickt den Geist gibt neue Luft,

Lässt träumen uns von Frische – und Bilder voll gedeckter Tische

Erreichen unsern innern Blick. Wir werden ruhig und fühlen Glück

Auch selbst in dunklen Tagen, wenn Sorgen uns nur plagen,

Die Hoffnung trag‘ uns fröhlich weiter, sei täglich unser Wegbegleiter.

Klaus Ullmann

Termine:

 

2. Dezember Brezelbasar:

Beginn 15.00 Uhr in der Kirche

6.Januar 2018 Neujahrsempfang

Beginn 17.00 Uhr in der Kirche

16.Februar Mitgliederversammlung

Beginn 19.00 Uhr im Tierparkrestaurant

 


Das Beste aus 10 Jahren

 

Aus den „Chor auf Zeit“ entstand der Chor „Zeitlos“.

10 Jahre lang durften wir die musikalischen Auftritte und Konzerte genießen!

Dafür möchten wir der Leitung und allen Mitwirkenden ganz herzlich danken.

Wir freuen uns über das Engagement und den Fortbestand des Chores. Der neuen Leitung

wünschen wir ein glückliches Händchen und Begeisterung an der Vielfalt der Musik.

Und wir halten an - ein paar Tage Ruhe! Wir schöpfen neuen Atem im Kreise unserer Lieben, und jeden Sonntag brennt eine weitere Kerze und wärmt unsere Herzen.

Allen Mitgliedern und Lesern wünscht das Dorfleben Freude und Besinnlichkeit in der Advent- und Weihnachtszeit.

Linda Puppe

 

Lieber Weihnachtsmann

 

Ich wünsche mir eine Mundharmonika und eine neue Mütze,

damit ich musizieren kann und meine Ohren davor schütze.

Ich wünsche mir ein Weltschmerzpflaster zum Mich-selber-Reparieren.

Ich wünsche mir ein Denkarium zum Gedankenaussortieren.

Ich wünsche mir Schuhe, nicht zu große, sondern welche die gut passen,

und ein fußmattengroßes Stempelkissen zum Spurenhinterlassen.

Ich wünschte ich wäre ‘ne Muschel, ganz nah ans Meer rangekuschelt,

von morgens bis abends gebettet in Sand,

eine einfache Muschel an einem einfachen Strand,

und jemand wär froh, mich zu finden.

Ich wünschte, ich wäre das Meer, wär der Natur ihr Dessert,

wäre immer zu Hause und könnte doch alles sehen,

wäre randvoll mit Ruhe und auch randvoll mit Leben, und ich wäre ein bisschen unsterblich.

Und ich wünsche mir noch was:

Irgendwann wär ich gern stark und ein bisschen weniger ironisch,

vielleicht ein bisschen mehr bei mir, nicht ganz so melankomisch.

Irgendwann wär ich gern alt und vielleicht ein bisschen weise,

ich weiß noch nicht, wie bald, und noch nicht, auf welche Weise.

Ich weiß, ich wäre gern nicht allein, und gesund sein wär vorzüglich,

und ich wünsche mir vor allem, ich wär dann ein bisschen glücklich.

Doch mein größter Wunsch, oh Weihnachtsmann, das würd mir wirklich taugen: Am allermeisten wünsch ich mir, ich würde an dich glauben.

-Julia Engelmann- (Ausschnitte)

Steffi Meyer