"Der Eulenruf" - Die aktuelle Ausgabe

An dieser Stelle finden Sie den kompletten Inhalt der jeweils aktuellen Ausgabe unserer Vereinsmitteilung   Der Eulenruf  

 

Ströher Dorfleben e.V.

Heimat- und Kulturverein

 

Der Eulenruf

Nr. 63

   


LOGO-Eule

 

Sommer 2022 

 

www.stroeher-dorfleben.de

 

49419 Wagenfeld-Ströhen – Summann s Weg 8

 


 

Liebe Mitglieder des „Ströher Dorfleben“!

Danke an alle, die unserem „Dorfleben“ über Jahre die Treue gehalten haben.

Im April konnte im dritten Anlauf endlich unsere Jahreshauptversammlung stattfinden. Es war an der Zeit, den Vorsitz an die nächste Generation abzugeben.

Ich habe 2014 diesen Sprung ins kalte Wasser gewagt und von Dr. Klaus Ullmann die Nachfolge angetreten. Ich hatte immer die Chance, Rat und Hilfe zu erbitten. Es gab tolle Begegnungen, Gespräche, Erfahrungen, die ich machen durfte.

Danken möchte ich den Vorstandsmitgliedern:

Dem Team Dorfbild mit Burkhard Scholz, Olaf Möhl und ihren fleißigen Helfern, die das Osterkreuz aufstellen, Pyramide, Weihnachtssterne und Brezelbasar erstrahlen lassen und wechseln der Ortseingangstafeln.

Reiner Kowarik, der sich seit Jahren um die Lokfahrer und die Koordination kümmert und somit die Lok „Emma“ vielen Besuchern das Moor und die Natur näherbringt. Heide-Marie Harlaß, die nach Horst Walters Tod dann die Kassenführung übernahm und die Kasse des Vereins im Auge behält. Steffi Meyer, die den Eulenruf am Leben erhält, Ideen einbringt und mit Maggie Summann der Kultur, soweit momentan möglich, zugetan ist.Michael Schröder, der, soweit es ihm zeitlich möglich ist, helfend dabei ist. Heidrun Hilgemeier, die nach Pastor Brandts beruflicher Veränderung spontan den Posten der Schriftführerin übernommen hat. Karl-Heinz Lindenberg, der nun aus zeitlichen Gründen und auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheidet. Danke für etliche Jahre und viele Nikolaustüten!

 

Liebe Heidrun,

dir und dem Vorstand wünsche ich Gesundheit, Glück und die Weisheit und Weitsicht der Eule. Freude und Spaß mit und im „Ströher Dorfleben“!

Bleibender Frieden für unser lebens- und liebenswertes Dorf.  

Linda Puppe

 

Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht, wie gut es ist, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht, wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht, wieviel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht, dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen

(Paul Celan)

 


Vielen Dank liebe Linda für Deine guten Wünsche für die Vorstandsarbeit in der neu zusammengesetzten Gruppe! Ich möchte mich auch für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neu zusammengesetzten Gruppe! Es ist sehr schön, dass Stefan Ahrens und Carola Pape sich trauen im Vorstand mitzuarbeiten und wir somit auch neue Anregungen und Ideen in unserem Denken und Tun bekommen werden! Ich freue mich auf die anstehenden Gespräche mit unseren Mitgliedern aber auch allen Ströhern, was unser Verein noch dazu beitragen kann, dass das Dorfleben in Ströhen noch weiter belebt werden kann! Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Monaten und Jahren einige Aktionen starten werden. Im Juni fangen wir direkt mit der Unterstützung des Sommerfestes im Bogenwald an und wenige Wochen danach folgen zwei Ferienspaßaktionen in den Sommerferien. Ich bin voller Tatendrang und Vorfreude auf das, was sich schon allein daraus ergeben wird.  Also, ich hoffe wir sehen uns am 11. + 12. Juni im Bogenwald oder bei dem einen oder anderem Vereinsfest was diesen Sommer noch so ansteht! Ich werde immer Mitgliedsanträge in einer meiner Taschen haben und alle die neu mitmachen wollen, sind herzlich willkommen!

Heidrun Hilgemeier

Gedanken aus dem Alltag

Normalerweise findet ihr an dieser Stelle „leichte“ Zeilen über ganz alltägliche Gedanken, die mal ironisch anmuten, mal zum Schmunzeln bringen oder auch mal zum Nachdenken anregen. 

Dieses Mal ist das Thema etwas ernster. Es gibt Tage, an denen wird Geschichte geschrieben. Das kann gute Geschichte sein wie z.B. der 9. November 1989 oder auch dramatisch, wie der 11. September 2001. Ich denke, der 24. Februar kann sich nun in die Reihe der geschichtsträchtigen Tage einreihen. Seitdem ist die Welt nicht mehr, wie sie vorher war. Viele Menschen aus der Ukraine haben sich seitdem aufgemacht, um ihr Heil in der Flucht zu suchen.


Wir waren uns zuhause ziemlich schnell einig, dass wir ein paar dieser Menschen ein neues Zuhause auf Zeit geben möchte. Platz ist ausreichend vorhanden, Wohnraum seitens der Gemeinde händeringend gesucht. Also nicht lang schnacken – los geht’s! Was passiert mit Zimmern, die man nicht täglich nutzt? Sie werden zu Abstellräumen!  Also hieß es auch bei uns erst einmal ausmisten, ausräumen und nicht zuletzt wegwerfen. Ein paar Schätze an die Straße, ein paar zur Deponie, nebenbei eine Inventur, was vorhanden ist und was wir noch brauchen, schnell noch ein paar Leitungen neu ziehen... Dazu kam eine große Welle der Hilfsbereitschaft seitens unserer Freunde und Kollegen: Küchenzeile, Waschmaschine, Wäscheständer, Fernseher und noch einiges mehr wurde uns zur Verfügung gestellt. Dafür an dieser Stelle (einige lesen sicher mit) noch einmal ganz herzlichen Dank!
 

Ende März war es dann so weit und unser Besuch zog ein: Svita, Vika und die kleine Karolina aus Dnepro in der Ostukraine. Ein Dolmetscher brachte die drei abends zu uns, beim gemeinsamen Abendbrot konnten wir uns mit seiner Hilfe ein bisschen „beschnuppern“ und kennenlernen. Der Dolmetscher konnte offene Fragen von beiden Seiten klären. Ich glaube, wir können von Glück sagen, dass „unsere Frauen“ zwar ziemlich müde von der Fahrt, aber in keinster Weise traumatisiert von den Ereignissen waren. Da gibt es sicher auch ganz andere Fälle!
 

Svita konnte es gar nicht fassen, wie es sein könne, dass so ein großes Haus keine Mauer drumherum habe. Und überhaupt – warum nehmen Menschen fremde Menschen aus einem fremden Land bei sich auf? Ich glaube, diese Frage hat die beiden Frauen eine ganze Weile umgetrieben.  Nach ein paar Tagen hat sich eine gewisse Routine eingestellt: einkaufen fahren, kochen, an die frische Luft mit der Kleinen oder im Garten helfen– einfach eine gewisse Form von Alltag. Auch gab es die ein oder andere sprachliche Hürde zu meistern, aber mit Händen, Füßen und Google-Translate kriegt man das meiste ganz gut hin.
 

 Mittlerweile haben sie auch viele Dinge kennengelernt, die für uns alltäglich sind: z.B. der Probealarm am 1. Samstag im Monat, geschlossene Geschäfte an Sonn- und Feiertagen oder die Wissenschaft der Mülltrennung. Die zwei kennen den Busfahrplan wahrscheinlich besser als die meisten von uns und demnächst startet dann auch endlich der lange erwartete Sprachkurs. 

Als Fazit nach einigen Wochen können wir nun sagen, dass wir es auf gar keinen Fall bereuen, Gäste aufgenommen zu haben und es auf jeden Fall auch wieder machen würden. Unsere Englisch-Kenntnisse haben sich deutlich verbessert, auch die Kinder profitieren voneinander. Nach wie vor suchen die Kommunen nach Wohnraum. Machen wir uns nichts vor: Platz haben viele von uns mehr als genug. Wer also noch überlegt, ebenfalls Gäste aufzunehmen – traut euch! Wenn ich bei jemandem mit diesen Zeilen das Interesse geweckt habe, stehe ich für Rückfragen ebenso gerne zur Verfügung wie sicherlich auch andere Gastgeber oder die Kommunen.

                                                                                                                              Steffi Meyer