"Der Eulenruf" - Die aktuelle Ausgabe

An dieser Stelle finden Sie den kompletten Inhalt der jeweils aktuellen Ausgabe unserer Vereinsmitteilung   Der Eulenruf  

 

Ströher Dorfleben e.V.

Heimat- und Kulturverein

 

Der Eulenruf

Nr. 55

   


LOGO-Eule 

Juni - August 2020

 

 

www.stroeher-dorfleben.de

 

49419 Wagenfeld-Ströhen – Haken Moor 17

 

 

 

Liebe Mitglieder und Leser des Eulenrufes!

 

Vom Vorstand des „Ströher Dorfleben“ wurde kurzfristig beschlossen, die Jahreshauptversammlung im März aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus abzusagen. Wohl niemand hat diese Ausmaße an Intensität und Länge für möglich gehalten. Ich hoffe, wir haben ein wenig Freude mit den 100 neu gepflanzten Narzissen an den Ortseingängen und dem geschmückten Osterkreuz verbreitet.

Man kann die übrige Zeit für den Garten im Kampf gegen Unkraut verwenden.

Oder selbst Kräuter, Gemüse und Blumen säen und pflanzen, um es später zu ernten. Unser Bewusstsein stärken, wie wichtig es sein kann, mit regionalen Dingen sein Leben zu bestreiten. Soweit wie möglich, autark zu sein. Etwas mehr Zeit mit einander und füreinander zu haben. Seine Liebsten z.B. mit gestrickten Strümpfen für die kalte Jahreszeit zu beglücken. Oder gespendet für die Initiative „Weihnachten im Schuhkarton“. Ihr habt bestimmt auch noch einige gute Ideen.

Man hofft in allen Ländern auf eine bessere Zeit.

Doch wenn wir u n s nicht ändern, dann kommt es nicht soweit.

Wir sollten uns besinnen, auch wenn´s uns nicht behagt.

Bei mir muss ich beginnen!  Doch das ist leicht gesagt…

  

Loat et jou gout goahn, bliewt oder werd gesund !

Un denn bitt eein annemoal !

                                                                                                                             Linda Puppe

 

Ich bin dankbar...  

  • für die Steuern, die ich zahle, es bedeutet, ich habe Arbeit und Einkommen.
  • für die Hose, die ein bisschen zu eng sitzt, es bedeutet, ich habe genug zu essen.
  • für den Rasen, der gemäht und die Fenster, die geputzt werden müssen, es bedeutet, ich habe ein Zuhause.
  • für die laut geäußerten Beschwerden über die Regierung, es bedeutet, wir leben in einem freien Land und haben Recht auf freie Meinungsäußerung.
  • für die Parklücke ganz hinten in der äußersten Ecke des Parkplatzes, es bedeutet, ich kann mir ein Auto leisten.
  • für Wäsche und den Bügelberg, es bedeutet, dass ich genug Kleidung habe.
  • für Müdigkeit und schmerzende Muskeln am Ende des Tages, es bedeutet, ich bin fähig, hart zu arbeiten.
  • für den Wecker, der morgens klingelt, weil das bedeutet, mir wird ein neuer Tag geschenkt.

Die Quelle dieses Textes ist unbekannt, aber ich finde, der ein oder andere Punkt regt durchaus zum Nachdenken an. Manchmal lohnt sich ein Wechsel des Blickwinkels und schon wird die Anzahl der glücklichen Momente im Leben beträchtlich gesteigert. -Wobei ich aber ehrlicherweise zugeben muss, dass es vor allem beim klingenden Wecker wirklich schwerfällt, das Positive zu sehen!      

                                                                                                                                                                   Steffi Meyer
 

Die Moorbahn hat Geburtstag!

Im Mai jährt sich die Eröffnung der Moorbahn zum 10. Mal. Jubiläen lassen sich in Coronazeiten leider nicht feiern. Das haben nicht nur die Aktiven rund um die Moorbahn erfahren müssen, sondern auch einige andere Vereine: Die Feuerwehr und auch die Damen des Butzendorfer Schützenvereins hätten gerne zu ihren runden Geburtstagen eingeladen. Aber wir sind derzeit nun einmal alle zu Hause und werden es wohl auch in den nächsten Wochen noch ohne größere Gemeinschaftsfeste aushalten müssen. Darum möchten wir aber auf diesem Wege einen Blick auf die letzten 10 Jahre rund um die Moorbahn werfen!


Wer erinnert noch die Anfänge und wer hätte damals gedacht, dass in 2019 die Marke von 5.000 Fahrgästen überschritten wird? Das alles durch Ehrenamt! Viele Ströher erinnern sicher noch die ersten Gespräche auf den Familienfeiern und Dorffesten vor ca. 14 Jahren: „Die wollen die alte Bahnstrecke von Rahden nach Ströhen wiederbeleben – mit Draisinen!“ Naja, haben so manche Ströher gedacht, das sind ja nur komische Ideen. Aber aus den komischen Ideen wurde eine konkrete Kooperation der Stadt Rahden und der Gemeinde Wagenfeld, das sogar zum länderübergreifenden Projekt „Spurwechsel“ führte und mit EU-Mitteln finanziert wurde.

Der BUND initiierte 2008/2009 den Moorpad beim Aussichtsturm und allen Beteiligten war damals klar, dass eine Verbindung von der Endstation der Draisinen bis zum Moor am besten über eine Wiederbelebung der alten Moorbahnschienen erfolgen könnte. Neben den technischen Grundfragen – welche Lokomotive könnte aktiviert werden, wo kommen die Waggons her und wie werden die Schienen wieder nutzbar – gab es die große Frage, in welcher Form denn die Organisation eines Moorbahnbetriebes erfolgen sollte. Die Verantwortlichen unseres Vereins unterstützten die Idee des Projektes „Spurwechsel“ von Anfang an mit großem Engagement. So kam es zu einer Vereinbarung der Gemeinde Wagenfeld mit dem Verein, dass die Organisation des Betriebes der Moorbahn über einen neuen Arbeitskreis im Ströher Dorfleben e.V. ermöglicht werden soll. Von der ersten Planungsstunde bis heute kümmert sich der ehrenamtliche Arbeitskreisleiter Reiner Kowarik unermüdlich um die Belange der Moorbahn.

Unzählige Stunden sind in die „Wiederbelebung“ der Lokomotive und der Bahnstrecke geflossen. Nicht weniger aufwendig ist aber über die vielen Jahre, „seine“ Mannschaft aufrecht zu erhalten und die Einsätze familientauglich zu organisieren. Mit der Eröffnung des EFMK 2014 kommen erfreulicherweise neben den Fahrten für Ausflügler auch viele Vormittagsfahrten für Schulklassen dazu. Auch die müssen organisiert werden. Aus Sicherheitsgründen sind bei allen Fahrten immer zwei Moorbahnfahrer*innen aktiv  - bei einem Team von 14 Personen nicht immer leicht, alle Fahrten gewährleisten zu können. Aber dank der Verbundenheit der Fahrer*innen mit „ihrer“ Moorbahn, haben bisher immer alle Fahrten erfolgreich geklappt!

Das Team der Moorbahnfahrer*innen würde sich auf alle Fälle freuen, wenn sich noch weitere Interessierte finden, damit nicht jede/r so oft im Dienst sein muss, aber der Stolz auf das Erreichte und auf 5.000 Fahrgäste lässt alle immer wieder gerne den Motor der Moorbahn anschmeißen! Die mit Planen überdachten Waggons und ein behindertengerecht ausgestatteter Waggon tragen dazu bei, dass bei fast jedem Wetter gute Laune bei den Fahrgästen herrscht.

Ich bin froh, dass vor gut 10 Jahren die Vereinsakteure den Mut hatten, etwas ganz Neues zu wagen und mit der Moorbahn eine tolle Verbindung von der Draisinenstrecke und dem Bistro Ströher Lokschuppen zu dem EFMK und unserem einzigartigen Moor geschaffen haben!

 

                                                                                                    Heidrun Hilgemeier

 

 

„Wir“ in diesen Tagen

  • „Lockdown“, „Social Distancing“, der Run auf Toilettenpapier und dazu noch völlig bescheuerte Verhaltenstips (sorry, die Idee, Desinfektionsmittel zu trinken, kann man einfach nicht schönreden!) des US-Präsidenten dominieren seit Wochen die Schlagzeilen.
    Aber es gibt auch Bilder, die Mut machen. Vielerorts wird in italienischen Städten zu einer festen Zeit auf den Balkonen gesungen, gebastelte Regenbögen in den Fenstern sind für Jung und Alt zu einem Symbol der Hoffnung geworden und wer bei einem Spaziergang die Augen offenhält, findet auch in Ströhen bunt angemalte Glückssteine. An der Kirche gibt es mit den „Worten des Lebens“ Zuspruch zum Selberpflücken, Gebetsanliegen werden sonntags im Gottesdienst (bereits seit Wochen „to go“) bei der Fürbitte bedacht.
    Besonders kunterbunt geht es am Kindergarten zu: Hier verzieren bunte Bänder, Drachen oder Gebasteltes den Zaun. Und es ist noch reichlich Platz! Nicht nur Kinder, auch Erwachsene sind herzlich eingeladen, dort etwas aufzuhängen. Lasst uns bunte Zeichen für Solidarität, Gemeinschaft und das „WIR“ setzen! Zusammen sind wir schließlich weniger allein – trotz Kontaktsperre.

Steffi Meyer