Chronik

Archivfoto Ströhen

Archiv-Foto von Ströhen

Geschichte des Dorfes Ströhen in Kurzfassung

 

Man nimmt an, dass die Besiedelung der Ströher Region von der Weser  aufwärts entlang der Großen Aue (alter Namen Warmenau) schon vor ca. 5000 Jahren begann. Bodenfunde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit belegen das. Gesiedelt wurde auf der Ströher Flugsandplatte etwas erhöht am Aueufer. Charakteristisch dafür sind die typischen Hofanlagen in Kamplage mit den Eichenwäldern drum herum.

Diese Höfe entstanden schon in der altsächsischen Zeit zwischen 500 und 800 n. Chr. Nach der Jahrtausendwende wurde Ströhen im Grenzgebiet zwischen dem Fürstbistum Minden und der Grafschaft Hoya und der Grafschaft Diepholz immer wieder durch Grenzstreitigkeiten beeinflusst.
Man muß sich das Dorf zu dieser Zeit als Walddorf, gelegen in einem undurchdringlichen, sumpfigen Wald, vorstellen. Daher rührt auch der Name Ströhen = Strout, Strudden heißt Sumpflandschaft mit Baumbestand. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1380 als „Stroden up dem Borne“ im Hoyaer Urkundenbuch.(Helmut Kruse. S.4). Von Neddren  und Oberen Strudden wird in einer Grenzfestlegung zwischen dem 30.Bischof Otto I von Minden und dem Grafen von Hoya bereits im Jahre 1238 (H.Bremer) berichtet.


Von dieser Zeit an kann man von der Existenz der Siedlungen Preußisch Ströhen und Hannoversch Ströhen ausgehen.


Nach der Reformation, die von den Hoyaer Grafen 1525 angenommen wurde, gehörte Ströhen ab 1539 zur Pfarrstelle Varrel. Einige Höfe im Gebiet des rechtsseitigen Aueufers  kamen zur Pfarrstelle Lavelsloh.


Nach dem Erlöschen der männlichen Linie der Grafen von Hoya fiel das Kirchspiel Varrel und mit ihm große Teile von Ströhen 1582 an die Welfen im Hause Braunschweig-Lüneburg, das spätere Königreich Hannover. Ströhen wurde fortan bis zum Jahre 1852 vom Amte Ehrenburg aus verwaltet.


Im 30 jährigen Krieg brandschatzte der Feldherr Tilly auch in dieser Gegend.
Die Hauptkampfplätze fanden aber wohl außerhalb dieses eher unbedeutenden und unzugänglichen Geländes statt.


1866 nach der Einverleibung Hannovers durch die Preußen wurde auch Ströhen preußisch. 1867 bildete sich der Kreis Sulingen, zu dem dann auch Ströhen gehörte. 1869 wurde Ströhen eine selbständige Kirchengemeinde.


1877 wurde die neugotische Kirche in der Mitte des Dorfes gebaut und eingeweiht.


Am 01.09.1900 bekam Ströhen/Hann. einen Eisenbahnanschluß und entwickelte sich in der Folgezeit zum wirtschaftlich zweitstärksten Ort im Kreis Sulingen.


Bei der Verwaltungsreform 1932 wurden die Kreise Diepholz und Sulingen zusammengelegt zum Landkreis  Grafschaft Diepholz.


In der Gemeindereform 1974 wurde das Dorf Ströhen der Gemeinde Wagenfeld eingegliedert und ist seitdem Ortsteil von Wagenfeld.

1977 kommt es im Rahmen einer niedersächsischen Gebietsreform zur Zusammenlegung der beiden Grafschaften Hoya und Diepholz zum Landkreis Diepholz mit  dem Hauptverwaltungssitz in Diepholz.


Bei der letzten Volkszählung 1987 hatte Ströhen 1.892 Einwohner, davon waren 951 weiblichen und 941 männlichen Geschlechts.